Was ist erlaubt und was nicht?
Die Regeln stehen im Bundesnaturschutzgesetz und gelten auch für Hecken im eigenen Garten.
Nach § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes ist es vom 1. März bis zum 30. September verboten, Hecken, lebende Zäune und Gebüsche stark zurückzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu entfernen. Erlaubt sind in dieser Zeit nur schonende Form- und Pflegeschnitte, die den Zuwachs des Jahres entfernen.
Zusätzlich gilt immer der Artenschutz: Brütet ein Vogel in der Hecke, darf an dieser Stelle gar nicht geschnitten werden, bis die Jungen ausgeflogen sind. Schauen Sie deshalb vor jedem Schnitt in die Hecke. Verstöße können ein Bußgeld nach sich ziehen.
Die besten Schnittzeiten im Jahr
So schneiden Sie Ihre Hecke im Jahresverlauf richtig.
Oktober bis Februar
Zeit für den starken Rückschnitt, wenn die Hecke zu hoch oder zu breit geworden ist.
Ende Juni
Der wichtigste Formschnitt im Jahr, nachdem der erste Austrieb fertig ist.
August bis September
Zweiter, leichter Schnitt für schnell wachsende Hecken wie Liguster.
Bei Frost und Hitze
Nicht schneiden: Frost und pralle Sonne schaden den frischen Schnittstellen.
Schneiden Sie die Hecke leicht trapezförmig, also unten etwas breiter als oben. So bekommen auch die unteren Zweige genug Licht und die Hecke verkahlt nicht von unten. Ideal ist ein bedeckter, trockener Tag.
Heckenarten und ihr richtiger Schnitt
Jede Heckenpflanze verträgt den Schnitt anders. Das sollten Sie wissen.

Hainbuche
- Sehr schnittverträglich
- Zweimal im Jahr schneiden
- Verträgt starken Rückschnitt

Liguster
- Wächst schnell und dicht
- Zwei bis drei Schnitte im Jahr
- Treibt gut wieder aus

Kirschlorbeer
- Immergrün, große Blätter
- Am besten mit Handschere
- Elektrische Schere zerfranst Blätter

Eibe und Thuja
- Immergrün und dicht
- Thuja nicht ins alte Holz schneiden
- Eibe treibt auch aus altem Holz
Was kostet ein Heckenschnitt?
Abgerechnet wird meist nach laufendem Meter oder nach Aufwand. Diese Richtwerte geben eine erste Orientierung.
| Heckenhöhe | Preis pro laufendem Meter (Richtwert, ohne Entsorgung) | Aufwand | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Niedrig (bis ca. 1,5 m) | 4 – 8 € | Vom Boden aus | Schnell erledigt |
| Mittel (1,5 – 2,5 m) | 7 – 12 € | Mit Leiter oder Podest | Häufigste Heckenhöhe |
| Hoch (über 2,5 m) | 12 – 20 € | Mit Gerüst oder Hubsteiger | Preis nach Besichtigung |
| Entsorgung Grünschnitt | nach Menge | Abtransport und Verwertung | Auf Wunsch inklusive |
Unverbindliche Richtwerte für den Raum Paderborn (Stand 2026). Bei regelmäßiger Pflege ist der Schnitt meist günstiger als ein einmaliger starker Rückschnitt.
Den Preis beeinflussen vor allem Höhe, Breite und Zugänglichkeit: Steht die Hecke direkt an einem Beet, an der Grundstücksgrenze oder an einem Hang, dauert der Schnitt länger. Wer einen festen Pflegetermin pro Jahr vereinbart, hat am wenigsten Aufwand und eine Hecke, die immer gepflegt aussieht.
Häufige Fehler vermeiden
- Nur oben schneiden: Die Hecke wird oben breit und unten kahl. Besser leicht trapezförmig schneiden.
- Zu spät im Jahr: Ein Schnitt im Oktober lässt frische Triebe vor dem Frost nicht mehr ausreifen.
- Thuja zu stark kürzen: Ins braune Holz geschnitten, treibt Thuja nicht mehr aus. Die Lücke bleibt.
- Nester übersehen: Vor jedem Schnitt in der Brutzeit die Hecke kurz kontrollieren.
Pflege nach dem Schnitt
Nach einem kräftigen Schnitt freut sich die Hecke über eine Portion Kompost oder organischen Dünger im Frühjahr. In trockenen Sommern hilft gründliches Gießen, besonders bei jungen Hecken. Schnittgut können Sie gehäckselt als Mulch unter Sträucher geben. Sie möchten eine neue Hecke als Sichtschutz pflanzen? Mehr dazu auf unserer Seite Sichtschutz und Zäune.



Hecke pflanzen: Die besten Sorten
Obstbaum schneiden: Wann und wie?
Baum fällen lassen: Regeln und Kosten
Natursteinmauer und Gabionen im Garten